Film der Woche: Gone Girl

Nachdem ich schon das Buch zum Film gelesen hatte, war ich sehr gespannt, wie die Vorlage wohl umgesetzt werden würde und ob der Film die Qualität der Vorlage erreichen würde. Dafür ist die Tatsache dass sich mit David Fincher ein Top-Regisseur des Stoffes angenommen hat ein sehr guter Anfang. Fincher setzt mit Gone Girl die Beststeller Roman Vorlage von Gillian Flynn um und damit nach dem ersten Teil der Millenium Trilogie eine weitere Buchvorlage gekonnt in Szene. Wie schon bei seinen Werken zuvor (Sieben, Fight Club, Zodiac, Panic Room) gelingt es Fincher erneut eine düstere Stimmung zu erzeugen und bei der Behandlung des Geschehensablaufs die Auseinandersetzung der emotionalen Beziehungen der handelnden Personen nicht aus den Augen zu lassen.

Im Großen und Ganzen geht es um das seit 5 Jahren verheiratete Ehepaar Nick (Ben Affleck) und Amy Dunne (Rosamund Pike), die im beschaulichen Missouri eine scheinbar perfekte Beziehung führen. Der ehemalige Journalist Nick betreibt in seiner Heimatstadt eine Kneipe mit seiner Schwester Margo (Carrie Coon). Seine Frau Amy hat nach dem Umzug aus New York nach Missouri die Rolle einer Hausfrau eingenommen. Das Paar lebt hauptsächlich von einem von ihren Eltern für Amy eingerichteten Fonds, da die von Nick betriebene Bar nicht die erhofften Gewinne abwirft.

Nach 5 Jahren ist die Stimmung in der Ehe mittlerweile zunehmend unterkühlt. Eines Tages ist Amy plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Im gemeinsamen Haus finden sich Spuren eines Kampfes. Alles deutet auf eine Entführung Amys hin. Doch die Spuren scheinen der Polizei nach und nach ungewöhnlich. Es stellt sich daher die Frage was mit Amy Dunne tatsächlich geschehen ist. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Außer dass die weiteren Entwicklungen unzählige Twists für den Zuschauer bereit halten.

Die beiden Hauptdarsteller Ben Affleck und Rosamund Pike sind ideale Besetzungen für den naiven Nick, der von den sich überschlagenden Ereignissen zunehmend überfordert ist, und die zunehmend frustrierte Hausfrau Amy. Rosamund Pike wurde für ihre Rolle in Gone Girl verdienter Weise für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert und es waren nicht wenige Kritiker der Ansicht, dass sie für ihre Darstellung der Amy Dunne den Gewinn mehr als verdient gehabt hätte.

Darüber hinaus ist der Film auch in den Nebenrollen hervorragend und interessant besetzt. Auch den Nebendarstellern ist es zu verdanken, dass der Film trotz einer Dauer von 149 Minuten keine unnötigen Längen aufkommen lässt. Kim Dickens spielt die engagierte Polizistin Boney, die sich mit dem Verschwinden Amy befasst und Carrie Coon die Schwester Margo, die stets auf der Seite ihres Bruders steht und für diesen einen klaren Kopf behält.

Zudem gibt Tyler Perry eine überzeugend Vorstellung als erfahrener aalglatter Staranwalt Tanner Bolt, der auf alle aufkommenden Widrigkeiten eine Antwort parat hat. Der aus How I Met Your Mother bekannte Neil Patrick Harris gibt in seiner Rolle als Amys geheimnisvoller Ex-Freund Desi Collings erfrischender Weise einen für ihn völlig untypischen Charakter zum Besten. Eine besondere Erwähnung verdienen auch Kim Dickens („Blind Side“) als energische Polizistin Boney sowie Carrie Coon („The Leftovers“) als Nicks coole Schwester Margo – die Reihe ließe sich noch lang fortsetzen.

Insgesamt ein spannender Thriller der die Fans der Romanvorlage in jedem Fall zufrieden stellen sollte und alle, die die Romanvorlage nicht kennen nach meiner Meinung über mehr als 2 Stunden erstklassig unterhalten wird. Dabei ist noch zu erwähnen, dass Gone Girl, wie viele Werke Finchers, nicht unbedingt als leichter Stoff bezeichnet werden kann.

By aphrodite-in-nyc from new york city (P1070862) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

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